Vom Hubschrauberbrand bis zur Strahlungsopfer-Versorgung: Die KAGes ĂŒbt fĂŒr jede Art von Notfall
In 24 Szenarien hat sich die SteiermĂ€rkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) im vergangenen Jahr in Form von Ăbungen auf diverse Arten von NotfĂ€llen vorbereitet. Im Fokus standen dabei Evakuierungen im Brandfall und HubschraubernotfĂ€lle. Auch die Versorgung von radioaktiv verstrahlten und chemisch kontaminierten Patient*innen wurde geprobt.
KrankenhÀuser helfen Menschen in NotfÀllen. Selten, aber doch, bricht auch in SpitÀlern ein Notfall aus: Die Palette reicht von der Bombendrohung bis zu BrÀnden, von der Versorgung einzelner verstrahlter Patient*innen bis hin zum sogenannten Massenanfall von Verletzten. Im Ernstfall zÀhlt jede Minute und nervenstarkes routiniertes Personal ist von unschÀtzbarem Wert.
âIn jeder Einrichtung der KAGes findet mindestens einmal jĂ€hrlich eine KatastrophenschutzĂŒbung statt, wobei die ,DrehbĂŒcherâ dafĂŒr stets neu ausgearbeitet werden. Somit sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf zahlreiche Krisenszenarien vorbereitetâ, betont KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark.
âEin GroĂteil unserer Alarm- und EinsatzplanĂŒbungen findet in Zusammenarbeit mit den örtlichen Einsatzorganisationen statt. Im Ernstfall soll dadurch das gesamte Helfersystem gut aufeinander eingespielt seinâ, erklĂ€rt Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA, KAGes-Vorstand fĂŒr Finanzen und Technik.
Bei jeder Ăbung wird auf vorbereitete EinsatzplĂ€ne zurĂŒckgegriffen, in denen die ZustĂ€ndigkeiten und FĂŒhrungsstrukturen ebenso geregelt sind wie die PrioritĂ€ten im Ablauf der NotfallmaĂnahmen. Unmittelbar nach der Ăbung wird diese selbstkritisch evaluiert. Dabei wird geklĂ€rt, ob alle Informations- und KommunikationskanĂ€le funktioniert haben, ob die vorbereiteten EinsatzplĂ€ne und Checklisten praxistauglich sind und wo es eventuell Optimierungsmöglichkeiten gibt, egal ob grundlegend oder im Detail. Manchmal lĂ€sst sich nĂ€mlich schon durch einfache MaĂnahmen wertvolle Zeit gewinnen, wie etwa durch die Beschriftung des Strahlenschutzanzugs vorne und hinten mit dem Namen und der Funktion der darin âverhĂŒlltenâ Person.
Besonders herausfordernde Szenarien im Jahr 2025
Am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben wurden gemeinsam mit dem Polizei-Einsatzkommando Cobra Transport und Versorgung zweier verstrahlter Patienten simuliert â von der entsprechenden Alarmierung ĂŒber die chirurgische Versorgung bis zum Management der AbfĂ€lle nach erfolgter medizinischer Behandlung.
Am LKH Weiz im Verbund LKH-Univ. Klinikum Graz war ein simulierter Hubschrauberbrand mit einem Patienten an Bord direkt am Heliport des Krankenhauses Ausgangspunkt der Ăbung, wodurch zudem zahlreiche Patientenzimmer verraucht wurden.
In der Oststeiermark wurde als Ăbungsszenario eine illegale Rave-Party angenommen, bei der sich ein Feuer ausgebreitet hat, die Verletzten teilweise unter Drogeneinfluss standen und alle ins LKH Oststeiermark am Standort Feldbach gebracht wurden. âIm Realfall werden 20 Verletzte von den Rettungsorganisationen immer auf mehrere SpitĂ€ler aufgeteilt, im Rahmen der Ăbung handelte es sich jedoch um einen bewussten Stresstest fĂŒr das LKHâ, erklĂ€rt DI Helmut Schröcker, Koordinator fĂŒr den Alarm- und Einsatzplan der KAGes.
Im Landespflegezentrum MĂŒrzzuschlag ĂŒbten die Mitarbeiter*innen der KAGes gemeinsam mit drei Feuerwehren, Rettung, Polizei und der Gemeinde die Evakuierung einer kĂŒnstlich verrauchten Station, wobei ein Bewohner ĂŒber die Drehleiter ins Freie gebracht wurde.
Das LKH-Univ. Klinikum Graz war im Oktober einer der SchauplĂ€tze einer EU-lĂ€nderĂŒbergreifenden MODEX-KatastrophenschutzĂŒbung (MODEX fĂŒr âModule Exercisesâ) und Ăbungsort fĂŒr ein Krisenszenario mit einer radioaktiv kontaminierten âDirty Bombâ, unter Beteiligung des Bundesheeres.
Daten & Fakten
AlljĂ€hrlich wird in jedem steirischen LKH und LPZ (Landespflegezentrum) mindestens eine KatastrophenschutzĂŒbung durchgefĂŒhrt.
Im Krankenhaus wird mit Schauspieler*innen oder Simulationspuppen geĂŒbt, in den Landespflegezentren machen freiwillig auch echte Bewohner*Âinnen mit, denen eine derartige Ăbung eine willkommene Abwechslung bietet.
Im vergangenen Jahr lag der Schwerpunkt der KAT-Ăbungen einerseits bei BrandfĂ€llen (LKH Graz II, Standorte SĂŒd, West, und Enzenbach, an den LKH-Standorten Weiz, Deutschlandsberg, Wagna sowie in allen drei Landespflegezentren, am Institut fĂŒr Krankenhaushygiene und Mikrobiologie und im KAGes-Textilservice), zudem bei HubschraubernotfĂ€llen (Weiz, Graz II â Standorte SĂŒd und Voitsberg â sowie Wagna).
Auch fĂŒr teilweise IT-AusfĂ€lle werden Vorkehrungen getroffen und regelmĂ€Ăig Szenarien durchgeprobt. Mehr als 47.000 IT-Komponenten wurden dahingehend bewertet, welche Auswirkungen ihr Ausfall auf den Krankenhausbetrieb hĂ€tte und wie er im Ernstfall zu kompensieren wĂ€re.
Die Schutzvorkehrungen fĂŒr die unternehmenseigene IT lĂ€sst die KAGes bereits seit zehn Jahren nach der Norm ISO 27001 zertifizieren. AuĂerdem ist sie aufgrund des NIS-Gesetzes (Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz) zu umfassenden MaĂnahmen verpflichtet. Freiwillig setzt die KAGes zudem die Standards des deutschen Bundesamts fĂŒr Sicherheit in der InformationsÂtechnologie (BSI) um â und das sind immerhin 1.836 EinzelanforÂderungen.
Sollte gar keine IT mehr zur VerfĂŒgung stehen, gibt es in allen sieben SpitalsverbĂŒnden der KAGes eigene IT-NotfallplĂ€ne, um Akutpatient*innen trotzdem versorgen zu können.
Ein zentraler Krisenstab unterstĂŒtzt den KAGes-Vorstand bei der BewĂ€ltigung von Krisen und Katastrophen mit einrichtungsĂŒbergreifenden Auswirkungen (z.B. im Blackout).
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MMag. Andrea Sittinger
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Telefon: 0316 340 5427
Mail: andrea.sittinger@kages.at