Starke Frauen in der KAGes
Robotische Chirurgie, FĂŒhrungsverantwortung und wissenschaftliches Engagement â viele Bereiche der modernen Medizin verĂ€ndern sich derzeit spĂŒrbar. Was lange als klassische MĂ€nnerdomĂ€ne galt, wird zunehmend von Frauen mitgestaltet. In der SteiermĂ€rkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich: Der Anteil an Ărztinnen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag die Frauenquote 2010 noch bei 46,9 Prozent, sind heute bereits 52,7 Prozent der Ărzt*innen weiblich. Waren 2010 noch ca. 900 Ărztinnen aktiv in der KAGes tĂ€tig, sind es heute bereits ĂŒber 1.300 â ein bemerkenswerter Anstieg um ĂŒber 40 Prozent.
Hinter diesen Zahlen stehen individuelle Lebenswege und unterschiedliche ZugĂ€nge zur Medizin. Dana Maria Tschida, Nina Hörlesberger und Eveline Kink zeigen anlĂ€sslich des Weltfrauentages stellvertretend, wie vielfĂ€ltig Karrierewege in der Medizin heute sein können â und welche Herausforderungen sie mit sich bringen.
Robotik ist keine MÀnnerdomÀne mehr
OberĂ€rztin Dr.in Dana Maria Tschida, GynĂ€kologin am LKH Hochsteiermark, Standort Leoben, arbeitet mit dem Da-Vinci-Operationsroboter und gehört damit zu den wenigen Ărztinnen in der Steiermark, die komplexe robotische Eingriffe durchfĂŒhren. FĂŒr sie steht fest, dass moderne Technologien neue Chancen eröffnen: âDie Chirurgie war lange eine klassische MĂ€nnerdomĂ€ne â umso wichtiger ist es, dass Frauen heute selbstverstĂ€ndlich ihren Platz dort einnehmen. Moderne robotische Verfahren eröffnen dabei neue Möglichkeiten, weil wir Frauen unseren besonderen Sinn fĂŒr PrĂ€zision, Konzentration und Teamarbeit einbringen können. FĂŒr mich bedeutet Robotikchirurgie, technologische Innovation mit Geduld und groĂem Respekt vor dieser Aufgabe zu verbinden.â Trotz aller Hightech gilt es, immer den Menschen im Blick zu behalten. âEntscheidend ist, dass wir Chirurginnen uns diesen Weg zutrauen und die Entwicklung der Medizin aktiv mitgestalten.â
Kommunikation im Vordergrund
Primaria Priv.Doz.in Dr. Dr. Nina Hörlesberger leitet seit kurzem die Abteilung fĂŒr OrthopĂ€die und Traumatologie des LKH Murtal an den Standorten Judenburg und Stolzalpe, und kennt die Herausforderungen chirurgischer FĂ€cher aus dem FĂŒhrungsalltag als Frau nur zu gut. âEin chirurgisches Fach bringt ein gewisses MaĂ an Alphapersönlichkeiten mit sich. Umso wichtiger ist es, jede*n in der eigenen IndividualitĂ€t abzuholen und gleichzeitig die Gruppe als geschlossenes Team zu fĂŒhrenâ, beschreibt sie ihre Erfahrung. WĂ€hrend in der Ausbildung FleiĂ und Engagement im Vordergrund standen, liegt ihr Schwerpunkt heute stark im kommunikativen Bereich. FĂŒhrung bedeute fĂŒr sie, sich selbst regelmĂ€Ăig zu hinterfragen und auch einmal zurĂŒckzunehmen. Besonders prĂ€gend sei die Erkenntnis gewesen, dass FlexibilitĂ€t und gelebte Kommunikation entscheidend sind: âMan kann einem Wolf nicht vorwerfen, dass er ein Wolf ist â beide Kommunikationspartner*innen tragen Verantwortung und mĂŒssen aufeinander eingehen.â
Förderung wahrnehmen
Einen etwas anderen Zugang zeigt Primaria Eveline Kink, Leiterin der Abteilung fĂŒr Innere Medizin und Pneumologie am LKH Graz II, Standort Enzenbach. Neben der klinischen TĂ€tigkeit ĂŒbernimmt sie Managementaufgaben und ist PrĂ€sidentin einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft. âEine der gröĂten Herausforderungen meiner TĂ€tigkeit ist die geringe Planbarkeit der TagesaktivitĂ€ten. Hohe FlexibilitĂ€t, gutes Zeitmanagement und ein unterstĂŒtzendes Team sind Voraussetzung, um medizinische Arbeit und FĂŒhrungsverantwortung zu verbinden.â WĂ€hrend sie zu Beginn ihrer Laufbahn hĂ€ufig die einzige Frau in Besprechungen war, sei heute bereits ein Drittel der Primariate am Standort weiblich â mit steigender Tendenz. Förderprogramme, Mentoringangebote und gezielte EntwicklungsmaĂnahmen unterstĂŒtzen diesen Wandel. Ihr Rat an Frauen, die eine FĂŒhrungsfunktion anstreben: âInteresse bekunden, sichtbar werden â es macht Freude und lohnt sich.â
Geht nicht, gibtâs nicht
Damit Karriere und Leben besser zusammenpassen, setzt die KAGes auf flexible Arbeitszeitmodelle, Entwicklungsprogramme und klar definierte Karrierewege. Gemeint sind dabei nicht nur allgemein âflexibleâ Lösungen, sondern maĂgeschneiderte Arbeitszeitmodelle, die sich an individuelle Lebenssituationen anpassen. ErgĂ€nzend dazu unterstĂŒtzt die KAGes Frauen aktiv in ihrer Karriereentwicklung durch gezielte Entwicklungsprogramme und begleitet Frauen wie MĂ€nner bestmöglich in ihrer individuellen Karriereplanung. Wer FĂŒhrung anstrebt, wird zusĂ€tzlich durch Vernetzung und ein exklusives Mentoring-Programm unterstĂŒtzt. Zum Internationalen Weltfrauentag geht es dabei nicht um Symbolik, sondern um konkrete Vorbilder im Alltag â und um eine Haltung, die Primaria Hörlesberger auf den Punkt bringt: âNicht den Glauben verlieren, weiterarbeiten, durchhalten â geht nicht, gibtâs nicht.â
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Christine Moisi, MSc
KAGes Unternehmenskommunikation
Tel.: 0664 3978080
Mail: christine.moisi@kages.at