Teamwork Patientensicherheit
Die SteiermÀrkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) setzt auf offene Kommunikation, Lernen aus Ereignissen und sichere Prozesse im Klinikalltag.
Am 17. September steht weltweit die Patientensicherheit im Mittelpunkt. Die Bedeutung des Themas ist groĂ: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist etwa eine von zehn Personen im Rahmen der Gesundheitsversorgung von einem unerwĂŒnschten Ereignis betroffen. Mehr als die HĂ€lfte dieser Ereignisse gilt als vermeidbar. Patientensicherheit bedeutet daher, Risiken systematisch zu reduzieren, sichere AblĂ€ufe zu etablieren und die QualitĂ€t der Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln.
âPatientensicherheit ist kein einzelnes Projekt und keine Aufgabe, die einer bestimmten Berufsgruppe zugeordnet werden kann. Sie ist ein gemeinsamer Auftrag und Teil unseres tĂ€glichen Handelns. Als KAGes fördern wir eine Kultur, in der Sicherheitsbedenken offen angesprochen werden können und in der wir aus kritischen Ereignissen nachhaltig lernenâ, betont KAGes-Vorstandsvorsitzender, Gerhard Stark.
Speak-up: Sicherheitsbedenken offen ansprechen
Eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr Patientensicherheit ist eine offene Kommunikationskultur. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen unabhĂ€ngig von Berufsgruppe oder Hierarchie die Möglichkeit haben, auf potenzielle Risiken und Sicherheitsbedenken hinzuweisen.
âGerade im klinischen Alltag ist es entscheidend, dass Beobachtungen und Bedenken ausgesprochen werden. Eine Kultur, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Wahrnehmungen einbringen können, trĂ€gt wesentlich dazu bei, Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen und die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten zu stĂ€rkenâ, erklĂ€rt Vorstand fĂŒr Finanzen und Technik, Ulf Drabek.
Die KAGes fĂŒhrt im Oktober 2026 erstmals eine unternehmensweite Speak-up-Befragung durch. Ziel ist es, das Erleben der Sicherheits- und Kommunikationskultur systematisch zu erfassen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Die Ergebnisse sollen in die weitere Entwicklung konkreter MaĂnahmen durch das Team Medizinische Pflege, QualitĂ€ts- und Risikomanagement der Medizinischen Direktion einflieĂen.
Aus kritischen Ereignissen lernen
Ein weiterer zentraler Baustein der Patientensicherheit sind interne Lern- und Fehlermeldesysteme. Sie ermöglichen es, kritische Ereignisse, Beinahe-SchĂ€den und erkannte Risiken zu melden, strukturiert zu analysieren und daraus VerbesserungsmaĂnahmen abzuleiten. Dabei steht nicht die Suche nach Schuldigen im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr, aus Ereignissen zu lernen.
Zur Erfassung dieser kritischen Ereignisse steht den Mitarbeitern der KAGes ein Meldesystem zur VerfĂŒgung. In den letzten beiden Jahren wurden rund 230 Meldungen pro Jahr von Mitarbeitenden eingegeben.
âEine moderne Sicherheitskultur braucht Offenheit und Vertrauen. Nur wenn kritische Ereignisse und Beinahe-Ereignisse gemeldet werden, können wir daraus lernen und unsere AblĂ€ufe weiter verbessern. Unser Ziel ist es, aus Erfahrungen konkrete Verbesserungen fĂŒr die Versorgung abzuleitenâ, so Manela Glarcher, Teamleiterin des Medizinischen Pflege, QualitĂ€ts- und Risikomanagement.
Das gemeinsam getragene Anliegen der Patientensicherheit spiegelt sich auch im Trainings- und Simulationszentrum der KAGes mit ĂŒber 3.000 Teilnehmenden pro Jahr wider. Zu erwĂ€hnen sind hier Programme wie Teamergency, Mobile-Sim und Change Vision, die im Klinikalltag der KAGes fest verankert sind und damit direkt zur Prozess- und damit Patientensicherheit beitragen.
Patientinnen und Patienten als wichtige Partner
Patientensicherheit beginnt nicht erst bei der medizinischen Behandlung. Auch verstĂ€ndliche und verlĂ€ssliche Gesundheitsinformationen leisten einen wichtigen Beitrag. In der KAGes wird daher kontinuierlich daran gearbeitet, Informationen fĂŒr Patientinnen, Patienten und Angehörige verstĂ€ndlich aufzubereiten. Denn Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen oder auf VerĂ€nderungen aufmerksam zu machen, hilft, Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen.
âPatientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen sind wichtige Partnerinnen und Partner in der Gesundheitsversorgung. Eine gute Kommunikation und die Möglichkeit, Fragen und Unsicherheiten anzusprechen, stĂ€rken die Sicherheit und das Vertrauenâ, betont KAGes Direktor fĂŒr Medizin, Johannes Koinig.
âPatientensicherheit ist in allen Bereichen und Situationen des tĂ€glichen Klinikalltags von zentraler Bedeutung. VerlĂ€ssliche Strukturen, klar definierte Prozesse und hohe fachliche Standards schaffen die Grundlage dafĂŒr, dass unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich und sicher versorgt werden können. Diese Rahmenbedingungen konsequent weiterzuentwickeln, ist fĂŒr uns ein wesentlicher QualitĂ€tsanspruchâ, sagt KAGes Direktorin fĂŒr Pflege, Eveline BrandstĂ€tter.
Beispiel: Sicher im klinischen Alltag
Patientensicherheit beginnt bei klaren und einheitlichen AblĂ€ufen. Deshalb fĂŒhrt die KAGes auf ihren Intensivstationen und in den AnĂ€sthesiebereichen eine standardisierte Spritzenkennzeichnung nach dem DIVI-Standard (Deutsche InterdisziplinĂ€re Vereinigung fĂŒr Intensiv- und Notfallmedizin; DIVI) ein. Einheitliche Farben und Beschriftungen erleichtern die eindeutige Identifikation von Medikamenten und tragen dazu bei, das Risiko von Verwechslungen zu reduzieren.
Bisher wurden an den einzelnen KAGes-Standorten unterschiedliche Methoden zur Kennzeichnung der Spritzen verwendet. Mit der KAGes-weiten Vereinheitlichung der Spritzenkennzeichnung werden Medikationsprozesse harmonisiert und die Sicherheit fĂŒr Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitenden weiter erhöht â insbesondere bei standortĂŒbergreifenden Patiententransfers und PersonaleinsĂ€tzen.
Mit dieser MaĂnahme setzt die KAGes auf international etablierte Standards, stĂ€rkt ihre Sicherheitskultur und leistet einen Beitrag zu einer sicheren und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung.
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KAGes Unternehmenskommunikation
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